Phänomen Internet

23 Jul

Ja, hätte eigentlich ein ziemlich schöner Tag sein können. Na gut, das Wetter war für den Müll aber heute war mein erster Ferientag, der allerdings von vielen blöden Nachrichten getrübt wurde.

Zum Glück wird man in der heutigen Zeit durch die ganzen Medienplattformen super schnell informiert. Egal ob Fernseher, das Internet oder mittlerweile auch Nachrichten Apps alles hat sofort informiert. Es gab sogar Livestreams! Hautnah dabei! Damit DU alles als erster weißt.  Die, die gar nicht wissen welche schlimme Nachricht ich meine, was wohl kaum der Fall sein wird, hier: http://www.tagesschau.de/ausland/oslo146.html .

Ein schlimmes Ereignis und ich denke niemand hätte Gedacht, dass in einem Land wie Norwegen (ca. fünf Millionen Einwohner, wahrhaftig klein!) so etwas mal passiert. Auch wenn es keinenfalls mit dem elften September oder mit den Atomkraftwerken in Japan vergleichbar ist, ist es dennoch unglaublich furchtbar. Vor allem für die Angehörigen und die Verletzten tut es mir leid, welch einen Schock die haben müssen. Ja, es berührt mich sehr, obwohl ich keinen einzigen der Betroffenen kenne. Wieso verspür ich also diese unglaubliche Bedrückung? Nun ja, die Nachrichten im Fernsehen (ich habe n-tv gesehen) liefen ununterbrochen immer wieder Bilder von Verletzten, immer wieder Bilder von der Zerstörung, Bilder von toten Menschen am Ufer. Ich lese nur: KATASTROPHE IN NORWEGEN, UNZÄHLIGE TOTE und dann höre ich auch noch wie der Nachrichten Sprecher immer wieder davon erzählt (ist ja auch sein Job). Was ich damit sagen will, es werden drei Sinne von mir in Anspruch genommen, das Lesen, Hören und Sehen. Meiner Meinung nach kein Wunder, das man emotional wird. Wer da nicht emotional wird ist entweder eiskalt oder schaut sich die Nachrichten nicht länger als 3 Sekunden an.

Naja, das Thema dieses Post hieß ja jetzt Phänomen Internet. Ich möchte jetzt mal etwas näher drauf eingehen.

Ich als normale Jugendliche nutze das Internet, vielleicht mehr als manch anderer aber ich denke ich bin im normalen Durchschnitt. Nun bin ich auch in verschiedenen Communitys unterwegs (Facebook und Twitter). Große Trauer habe ich so erst einmal in Twitter erlebt, viele waren bestürtzt über die schlimmen Nachrichten. Auf Facebook habe ich darüber noch gar nichts gelesen.

So, im Laufe des Tages hat man dann erfahren das auch die berühmte Sängerin Amy Winhouse gestorben ist. http://www.tagesschau.de/kultur/winehouse104.html (Was ich sehr bedauerlich finde, weil ich ihre Musik mochte). ACHTUNG! Jetzt kommt das große Phänomen, plötzlich sah man kaum noch Norwegen Tweets aber umso mehr bestürtzte Amy Winehouse Fans und wenige Minuten später kamen dann die Moralapostel, die sich dafür einsetzten das man doch bitte schön den toten Jugendlichen nachtrauern soll und keiner mit Drogen vollgepumten  Sängerin. Man hat jetzt also zwei Seiten: Die um eine Sängerin trauern und die die es nicht in Ordnung finden. Das Phänomen am Internet ist es, das sich für beide Seiten unglaublich viele Anhänger finden und nein man bleibt nicht sachlich, es wird beschimpft und niedergemacht. DING DONG? Hallo? Trauert hier jemand eigentlich noch oder seid ihr euch nur noch am gegenseiten beleidigen? Ich trau schon gar nicht mehr zu sagen, dass ich es auch schlimm finde das Amy tot ist!

„Der Tod einer berühmten Persönlichkeit hat mich noch nie so wenig interessiert, wie der von Amy Winehouse.“

„Oslo bewegt mich mehr als der Tod von diesem verschissenen Drogenopfer!“

„Kann mal was wirklich interessantes passieren? So ’ne tote Amy ist doch nix besonderes…“

Liebe trauert-lieber-um-Norwegen-als-um-Amy-Winhouse-Twitterer, denkt ihr wirklich ihr seid moralisch korrekter, wenn ihr euch so über einen toten Menschen äußert?

Phänomen Internet, du lässt uns alle immer in eine Raserei geraten in der wir nicht mehr kontrollieren was wir eigentlich von uns geben. Oder noch schlimmer, du schaffst es das ich wirklich überzeugt bin von dem Müll, den ich hier so verzapfe, weil ich hunderte von Menschen um mich habe, die den selben Müll schreiben! Ach Internet, du bist ja eigentlich gar so nicht schlimm, du bringst mich mit meinesgleichen zusammen.

Liebe Internetwelt, auch wenn du mir wirklich oft gefällst, ich glaube du tust uns allen nicht wirklich gut.

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